kim wallau

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Zur Entstehung von Makka plus

Dieses Gedicht ist entstanden aufgrund eines Stammgastes in der Kneipe in der ich eine Zeit lang gearbeitet habe. Jeden Tag, Montag bis Sonntag, kam dieser Mensch und aß Makkaroni mit Jagdwurst (oder ohne), abgekürzt auf dem Küchen-Bon mit Makka +. Die Einöde die dieses Ritual ausstrahlte war für mich fast unerträglich und innerlich habe ich all meine Frustration und meine Ängste in diesen Mann und seine Makkaroni projiziert.

Gleichzeitig hat mich das hier allseits präsente und geliebte alte Gericht aus DDR-Schulküchen-Zeiten sehr herausgefordert, denn meine Abneigung und mein Unverständnis dafür schienen schier unüberwindbar. Ich hatte Heimweh. Als Köchin war ich unzufrieden mit meinem Arbeitsplatz, fühlte mich uninspiriert, leer und erschöpft von zwei grässlichen Arbeitserfahrungen zuvor. Ungesehen, grottenschlecht entlohnt und ohne klare Perspektive.

Auf dem Gipfel meines Missmuts erkannte ich, dass die Kraft, die mich zum Kochen bringt, die der Gemeinschaft ist. Ich koche, damit man danach gemeinsam am Tisch sitzt und sich unterhält. Weil das die schönste, wertvollste und prägendste Erfahrung aus meiner Kindheit ist. Heute habe ich der Gastronomie vorerst den Rücken gekehrt um mich auf zu neuen Ufern zu machen, an denen ich Menschen zusammenbringen kann. Ich bin glücklicher, und lebensmutiger geworden, auch ohne genau zu wissen wie es jetzt weitergeht.

Vor allem aber habe ich erkannt, dass mir auch dieser Stammgast etwas sagen kann, wenn ich nur bereit bin es zu sehen – er hat mir geholfen zu sehen, was ich wirklich will. Ich habe verstanden, dass sich meine Unzufriedenheit nur in ihm gespiegelt hat, er aber nicht dafür verantwortlich ist. Genauso sind nicht die Makkaroni mit Jagdwurst dafür verantwortlich. Es liegt an mir selbst, was ich in den Dingen sehen will. Jetzt bin ich bereit Verantwortung zu übernehmen, für mein Glück.

Danke André, danke Makka plus, danke Leipzig. –> zum nachkochen

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Kim’s Kultur-Häppchen

kim.erna und gittiAußerdem wirkte Kim lange Zeit bei der Late-Night-Show mit, die von Benjamin Winsel ins Leben gerufen wurde. Dabei handelte es sich um ein monatlich von jungen Menschen organisiertes Satire-Kulturprogramm im Darmstädter Schlosskeller, in dem Kim den Gästen live leckere thematisch passende „Kultur-Häppchen“ zubereitete oder in ihrer Rolle als Erna von alternativen Nahrungsbeschaffungsmöglichkeiten erzählte. Dazu war sie mit ihrer Freundin Mira Schönegge alias Gitti des Nachts in die gruselig trostlose Mülltonnen-Landschaft hinter den Darmstädter Supermärkten losgezogen, um Erfahrungen im Container-Diving zu sammeln (Foto oben). Die Ausbeute (jede Menge Melonen, Rettich, Sellerie, Paprika, Sushi…) wurde in der nächsten Late-Night-show natürlich original verwertet.

kim.wallau@gmx.de